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Besuch der Buschmänner von Namibia und Botswana
Gedanken zu einer Reise zu den Buschmännern der Kalahari
Unsere erste wissenschaftlich begleitete Studienreise zu den Buschmännern
der Kalahari war von großem Erfolg gekrönt. Mit Herrn Dr. H. U. Etter,
Privatdozent Dr. phil. II, Anthropologe und diplomierter analytischer Psychologe,
haben wir einen Begleiter gewinnen können, der sich seit Jahren mit der
Kultur und Lebensweise der Buschmänner befasst.
Bei dieser Expedition geht es um mehr, als um das bloße "Betrachten"
und Fotografieren des Buschmannes: Die Reise ist nichts für den reinen
Vergnügungstouristen, weil sie einen tiefer gehenden Eindruck vom Leben
in der Kalahari hinterlassen will – was jedoch sehr wohl Vergnügen
bereiten kann. Doch übergeben wir das Wort dem Fachmann, der die folgende
kurze Einführung ins Thema speziell für die kommenden Reisen verfasst hat. Es
soll ein Einstieg in die Gedankenwelt der Buschmänner sein, eine kleine
Verständnishilfe, die des Buschmannes ganz eigene Auffassung vom Leben ein
wenig dokumentieren soll:
"Einst bevölkerten Buschmänner weite Teile Süd- und Ostafrikas.
Inzwischen sind sie sowohl von Schwarzen als auch von Weißen auf die unwirtlichen
Randzonen der Kalahari-Wüste in Botswana, Namibia und Südangola
zurückgedrängt worden. Erstaunlicherweise leben dort nach heutigen
Schätzungen noch zirka 55 000 von ihnen. Aber nur wenige ernähren
sich noch vom Sammeln und Jagen. Daneben verbringen sie ihren Alltag beinahe
so, wie wir uns das heute für unsere steinzeitlichen Vorfahren vorstellen.
Ihre bis ins 19. Jahrhundert hinein kunstvoll gemalten Felsbilder scheinen
dies zu bestätigen. Das machte diese letzten Sammler und Jäger Afrikas
zu Objekten der wissenschaftlichen Forschung und zur Attraktion des modernen
Tourismus. In großer Zahl sind Bücher und Filme dazu erschienen. Die
Buschmänner sind damit zu lebenden Fossilien geworden: allerdings gepflegt,
geschützt und umworben, wo sie nicht stören. Der Untergang ihrer
Kultur scheint als Folge des zunehmenden Kontaktes mit anderen Kulturen unvermeidlich
zu sein. Deshalb wohl sollte man sie besuchen, solange sie noch in ihren Reservaten
existieren.
Sie sind weder sesshaft noch ziehen sie nomadisierend mit ihren Herden durch
das fruchtbare Land. Die kleinen Gruppen - nur in diesen vermögen sie
zu überleben - waren schutzlos den zahlreicheren und gut bewaffneten
schwarzen Nomaden und Bauern sowie den weißen Siedlern ausgesetzt. Ihre einzige
Überlebenschance bestand im Rückzug. In den Trockengebieten der
Wüste konnten sie ihre auf Nachhaltigkeit und Bezogenheit aufgebaute
Lebensweise fortführen, wo andere - so genannte höher entwickelte
- Wirtschaftsformen versagen: Fortschritt als ein Verlassen jener Lebensweise,
die ein Überleben letztlich sichern würde?
Die Buschmänner lehren uns, was ganzheitlich vernetztes Denken ist. Als
Teil des Makrokosmos sind sie mit diesem verbunden und für diesen verantwortlich.
Jedes Individuum ist dadurch mit jener größeren Welt insgeheim identisch,
weil seine eigene Seele ihr innewohnt. Alles ist für sie Geist und Materie.
Damit lebt der Buschmann nach dem Eros-Prinzip, nach dem Grundsatz, der alles
mit allem verbindet und als einzige Kraft die Gegensätze der Welt, in
die hinein wir geboren sind, zusammenhält. Auch bei ihnen kommen Aggressionen
vor, bei den Knaben und Männern häufiger als bei den Mädchen
und Frauen, doch halten sie sich in Grenzen, die den Fortbestand einer durch
harte Lebensumstände stetig bedrohten Gesellschaft sichern helfen. Dies
drücken sie im Alltag aus mit ihrer Fröhlichkeit, mit ihrer Verspieltheit,
mit ihrer Erzählkunst, mit ihrer Kreativität und ihrem hohen Respekt
vor der lebenden und toten Natur, den Mitmenschen und dem Eigentum des Anderen.
Das Prinzip der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung - unsere Kausalität
- ist ihnen wohlbekannt und wichtig im richtigen Augenblick. Sie richten aber
ihr Augenmerk vermehrt auf das Ungewöhnliche, Einmalige, das Überraschende,
das Unerwartete. Denn darin offenbaren sich ihnen die Absichten der unsichtbaren
Kräfte, ihrer Geister und Götter. Wenn sie diese Momente ernsthaft
berücksichtigen, tut sich ihnen der Wille einer jenseitigen Welt kund,
der zu entsprechen ihr wohl größtes Anliegen bedeutet. Ohne die sorgfältige
Berücksichtigung dieser jenseitigen Mächte vermögen sie nichts,
soviel wissen sie. Deshalb sind sie Meister im Orakeln, Interpretieren und
Intuieren, im symbolischen Denken und Deuten von Koinzidenzen. Sie leben gewissermaßen
in zwei Welten: in der unsichtbaren, die sie erfühlen und erahnen. Alles
ist ihnen Objekt und Bild, profan und numinos, gegenwärtig und ewig.
Diese beiden Welten trennten sich in der Geschichte der westlichen Zivilisation
seit der Aufklärung immer deutlicher, bis mit dem Triumphzug der Moderne
die jenseitige Welt an Glaubhaftigkeit und an Wertschätzung verlor. An
deren Stelle trat der Glaube an die menschliche Allmacht und der zunehmende
Verlust an Nachhaltigkeit. Nicht dass wir damit die Möglichkeit zur Rücksichtnahme
auf andere Lebensqualitäten verloren hätten, denn in unserer Seele
lebt das Wissen um diese Zusammenhänge weiter und wird im Einzelnen immer
wieder ins Bewusstsein geworfen. Wenn wir Buschmänner in ihrer ursprünglichen
Lebensweise begegnen, begegnen wir uns selbst, dem Fundament unserer eigenen
menschlichen Seele und unserem eigenen menschlichen Geist, und nicht in erster
Linie unserer Jahrtausende alten Vorgeschichte. Insofern stellen sie unsere
eigene unterdrückte Gegenwart und Zukunft dar. Das konkrete Leben der
Buschmänner liegt weit hinter uns, aber vor uns liegt die Wiederentdeckung und
Realisierung ihrer geistigen und seelischen Qualitäten, die auch in uns
schlummern und die wir in die Moderne mitnehmen müssen, um nachhaltig zu
überleben."
(Dr. H. U. Etter)
Tag
1
Abflug in Zürich oder Frankfurt.
Tag 2 F, M, A
Bei Ankunft am Windhoek Flughafen werden wir von einem Stellvertreter
eines lokalen Partners erwartet und zu unserer Unterkunft gefahren.
Nach einer kurzen Pause, werden wir zur Nyae-Nyae-Stiftung gebracht. Wir haben
nun die Möglichkeit, uns mit den Leuten zu unterhalten und zu erfahren,
was alles unternommen wird, um den San-Leuten in Namibia zu helfen. Später
werden wir das Büro sowie das Camp im Buschmann-Land besuchen. Das Nachtessen
findet in eigener Regie statt. Fahrtdauer: ca. 1 Std. / 50 Km
Tag 3 F, M, A
Am Morgen werden wir für die bevorstehende Safari bei unserer Unterkunft
abgeholt. Unsere Reise führt uns in nördlicher Richtung zum Etotsha
National Park. Auf der Fahrt werden wir einige Pausen einlegen - in Okahandja,
um den Kunstmarkt zu besichtigen, für das Mittagessen und in Outjo. Schlussendlich
werden wir das Okaukuejo Camp erreichen, wo wir vor Sonnenuntergang noch an
einer Pirschfahrt teilnehmen und Tiere beobachten können. Das Abendessen
wird von unserem Führer auf dem offenen Feuer zubereitet.
Fahrdauer: ca. 6 Std. / 450 Km
Tag 4 Br, A
Heute steht uns der ganze Tag für Pirschfahrten zur Verfügung. Es
beginnt schon am frühen Morgen mit einer Pirschfahrt mit anschließendem
Brunch. Wir packen unsere Sachen und fahren quer durch den Park zum Namutoni
Camp. Auf der Fahrt können wir die atemberaubende Landschaft in vollen
Zügen genießen und treffen auf viele Wasserlöcher, die die
einmalige Gelegenheit bieten, viele Tiere zu sehen.
Tag 5 F, M, A
Bevor wir zusammenpacken und den Etosha Park verlassen, gehen wir bereits
schon am frühen Morgen auf eine Pirschfahrt. Anschließend führt
uns die Reise in östlicher Richtung zum Ombili Buschmann Projekt. Dort
gibt es eine Schule, eine Gärtnerei und einen Farmbetrieb – alles
um die lokalen Gemeinden an das heutige Leben der Gesellschaft anzupassen.
Nach Ombili fahren wir zum nächsten Camp Muramba Bushman Trails.
Fahrdauer: ca. 3 Std. / ca. 200 Km
Tag 6 F, M, A
Heute können wir uns ein wenig ausruhen und fahren nur eine kurze Strecke.
Wir besuchen das San Village in Tsintsabis, wo wir die San-Bevölkerung
kennen lernen und sehen können, wie die Namibische Regierung die lokale
Bevölkerung handhabt.
Fahrdauer: ca.1 Std. / ca. 50 Km
Tag 7 F, M, A
Heute fahren wir zuerst durch die Stadt von Tsumeb und weiter zum Hoba Meteoriten.
Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Grootfontein fahren wir weiter durch das
Buschman-Land zur Tsumkwe Ansiedlung. Wir werden in
einem nahe gelegenen Dörfchen unser Camp aufschlagen und unter dem klaren
Sternenhimmel zu Abend essen.
Fahrdauer: ca. 6 Std. / ca. 400 Km
Tag 8 F, M, A
Heute besuchen wir die nahe gelegenen Dörfer und lernen das bemerkenswerte
Leben dieser Leute kennen. Wir werden an einer Jäger/Sammler-Wanderung
teilnehmen und auch viel von der wunderschönen Landschaft zu sehen bekommen.
Nach dem Abendessen werden traditionelle Gesänge und Tänze den Abend
abschließen.
Fahrdauer: ca. 3 Std. / ca. 100 Km
Tag 9 F, M, A
Der heutige Tag steht auch ganz im Zeichen der San-Bevölkerung. Wir gehen
zu verschiedenen Regionen und Dörfern. Wir besichtigen zudem auch einige
der historischen Stätten in der Umgebung. Nach einem kurzen Abstecher
nach Tsumkwe fahren wir zurück in unser Camp.
Fahrdauer: ca. 4 Std. / ca. 150 Km
Tag 10 F, M, A
Für den zweiten Teil unserer Safari überqueren wir heute die Grenze
nach Botswana. Wir reisen durch die Kalahari Wüste in Richtung Tsodilo
Hills zu unserem Camp. Für die nächsten zwei Nächte campieren
wir am Fuße der Tsodilo Hills. Es gibt viele San-Malereien und Leute der
lokalen Gemeinde, die uns durch diese einmalige Gegend führen werden.
Fahrdauer: ca. 5 Std. / ca. 250 Km
Tag 11 F, M, A
Zusammen mit den Leuten der lokalen San-Gemeinde erforschen wir die Gegend
und können die vielen Erfahrungen mit jenen vergleichen, die wir in Namibia
gemacht haben. Wir haben auch genügend Zeit um die faszinierenden Tsodilo
Hills zu erkunden und die traditionelle Kunst genau zu studieren.
Tag 12 F, M, A
Wir fahren zum Guma Camp am Rande des Okavango Delta. Nach dem Mittagessen
können wir uns im Camp ausruhen und die Gegend genießen.
Fahrdauer: ca. 3 Std. / ca. 120 Km
Tag 13 F, M, A
Heute morgen fahren wir mit einem Motorboot ins Okavango Delta. Danach können
wir auf einer Wanderung Flora und Fauna dieser einzigartigen Gegend erkunden.
Abends gehen wir zur Lagune, um auftauchende Krokodile zu beobachten und können anschließend die wunderschöne Abendstimmung im Delta genießen.
Tag 14 F, M, A
Heute reisen wir südwärts und anschließend nach Westen in die Kalahari-Wüste.
Unsere Reise führt uns zur kleinen Gemeinde der D'Kar, wo schon
lange ein Selbsthilfeprojekt im Gange ist. Es gibt eine Leder-Gerberei, eine
Sattlerei-Werkstatt, eine große Schule mit einem Museum etc. Wir campieren
auf dem Campingplatz der Gemeinde, welcher auch ein Teil des Projekts darstellt.
Fahrdauer: ca. 5 Std. / ca. 350 Km
Tag 15 F, M, A
Heute besuchen wir den Projekt-Manager von D'Kar, der uns alle verschieden
Programme vorstellt, die in diesem Selbsthilfeprojekt enthalten sind. Es
wird vor allem dann sehr interessant, wenn die Erfolge und Misserfolge der
Projekte diskutiert werden.
Tag 16 F, M
Unsere Reise geht weiter durch die Kalahari-Wüste zur namibischen Grenze
und schlussendlich zurück nach Namibia. Die Rückfahrt führt
Sie ein letztes Mal durch die Landschaft Namibias und schlussendlich auch
zurück nach Windhoek. Für unsere letzte Nacht vor dem Abflug werden
wir schlussendlich zu unserer Unterkunft gebracht.
Fahrdauer: ca. 6 Std. / ca. 500 Km
Tag 17 F
Je nach Abflugzeit werden wir schon am Morgen an den Flughafen gebracht oder
können morgens noch an einer Stadt-Tour teilnehmen, bevor wir nach dem
Mittagessen dann unseren Rückflug nach Zürich oder Frankfurt antreten.
Fahrdauer: ca. 1 Std. / 50 Km
Tag 18
Ankunft in Zürich oder Frankfurt.
Reisedaten:
jährlich im April und/oder Oktober
Richtpreis pro Person CHF 6’495.-
ab und bis Zürich oder Frankfurt:
Mindestteilnehmerzahl:8, max. 14 Personen
Einzelzimmerzuschlag CHF 350.-
Stand 01.01.2004
Inklusive:
- Linienflüge mit South African Airways
- Wissenschaftliche, deutschsprachige
Reiseleitung
- Lokale, englischsprachige Reiseleitung
- Alle Fahrten im Geländewagen
- 1 Hotelübernachtung in Windhoek,
sonst Camping
- Alle Mahlzeiten gemäß Programm
- Besichtigungen, Eintrittsgebühren und
Leistungen, wie im Programm erwähnt
- Ausführliche Reisedokumentation
Exklusive:
- Flughafentaxen (ca. CHF 120.-)
- Annullierungs- und Rückreiseversicherung
- Getränke
- Persönliche Ausgaben
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